Firmenwebsite mit KI an einem Tag: Anleitung und Kostenvergleich

Mittelstand 19. Aug. 2026 5 Min. Lesezeit

Firmenwebsite an einem Tag: was heute realistisch ist

Eine Website vom Dienstleister kostet zwischen 2.000 und 8.000 Euro und dauert vier bis acht Wochen. Mit KI-Baukästen steht eine funktionierende Seite an einem Nachmittag, für unter fünfzig Euro im Jahr. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern darin, was du danach noch selbst erledigen musst.

Dieser Leitfaden nennt die Werkzeuge, den Ablauf und die drei Punkte, an denen selbstgebaute Seiten in Deutschland regelmäßig scheitern.

Welcher Baukasten für welchen Zweck

Hostinger AI

Der günstigste Einstieg mit EU-Rechenzentren, ab etwa 2,99 € monatlich bei langer Vorauszahlung. Du beschreibst dein Vorhaben, die KI liefert Struktur, Texte und Bilder. Hosting, SSL und Domain im ersten Jahr sind enthalten. Wichtig: Der Verlängerungspreis liegt deutlich höher, rechne langfristig mit etwa 10 € monatlich.

Wix AI

Der bequemste Weg, echtes Drag-and-Drop, große App-Auswahl. Eine harte Einschränkung: Die Vorlage lässt sich nach der Erstellung nicht mehr wechseln, und es gibt keinen Export. Du bleibst bei Wix.

10Web

Erzeugt eine echte WordPress-Installation mit Elementor. Teurer, ab etwa 10 $ monatlich, dafür bist du nicht gebunden und kannst jederzeit zu einem anderen Hoster umziehen.

Durable

Am schnellsten, eine Seite steht in etwa dreißig Sekunden, dazu CRM und Rechnungsstellung. Designfreiheit ist minimal, Seiten ähneln sich stark. Für Handwerksbetriebe mit einfachem Bedarf brauchbar.

Framer und Webflow AI

Für Designer mit gestalterischem Anspruch. Pixelgenaue Kontrolle, dafür deutliche Lernkurve. Für eine einfache Firmenseite überdimensioniert.

Der Ablauf

Vorbereitung: 60 Minuten

Sammle vorher, was die KI nicht erfinden kann: Firmenname, Leistungen, Zielgruppe, Standort, Öffnungszeiten, Kontaktdaten, Impressumsangaben und vorhandene Fotos. Diese Stunde entscheidet über die Qualität des Ergebnisses.

Generierung: 15 Minuten

Beschreibe dein Angebot in drei bis vier Sätzen, so konkret wie möglich. „Elektrobetrieb in Kassel, Schwerpunkt Photovoltaik und Ladeinfrastruktur für Gewerbekunden“ liefert brauchbare Ergebnisse. „Handwerksbetrieb“ liefert Beliebigkeit.

Texte überarbeiten: 90 Minuten

Der Teil, den die meisten überspringen und der am meisten bringt. Generierte Texte klingen glatt und sagen nichts. Ersetze Floskeln durch konkrete Angaben: Zahlen, Referenzen, Bearbeitungszeiten, Einsatzgebiet. Ein Satz wie „Wir montieren Wallboxen im Umkreis von 40 Kilometern, meist innerhalb von zehn Werktagen“ verkauft besser als jeder Werbesatz.

Pflichtseiten anlegen: 45 Minuten

Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis. Dazu unten mehr, denn hier liegt das eigentliche Risiko.

Technik prüfen: 30 Minuten

Ladezeit testen, Darstellung auf dem Handy kontrollieren, Kontaktformular einmal selbst abschicken, Seitentitel und Beschreibungen für Google setzen.

Die drei Punkte, an denen es in Deutschland schiefgeht

Impressum unvollständig

Nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz brauchst du Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeit, bei Gesellschaften die Vertretungsberechtigten, Handelsregister und Registernummer sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Kein KI-Baukasten erzeugt das korrekt, weil er deine Registerdaten nicht kennt. Ein fehlerhaftes Impressum ist der häufigste Abmahngrund bei kleinen Websites.

Datenschutzerklärung passt nicht zur Seite

Die Erklärung muss beschreiben, was deine Seite tatsächlich tut. Nutzt du ein Kontaktformular, Google Fonts, Analytics oder eine Kartenansicht, gehört jedes davon hinein. Eine kopierte Vorlage, die Dienste nennt, die du nicht nutzt oder Dienste verschweigt, die du nutzt, hilft nicht.

Externe Dienste ohne Einwilligung

Google Fonts, die vom Google-Server geladen werden, übertragen die IP-Adresse deiner Besucher in die USA. Dafür wurden bereits Unterlassungsansprüche geltend gemacht. Lösung: Fonts lokal einbinden. Bei Analytics und Karten brauchst du eine Einwilligung vor dem Laden, also einen echten Cookie-Banner mit Blockierfunktion, nicht nur einen Hinweis.

Diese Hinweise sind unsere Einschätzung der üblichen Praxis, keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit lohnt eine einmalige Prüfung durch eine Kanzlei, das kostet weniger als eine Abmahnung.

Kostenvergleich über drei Jahre

Variante Jahr 1 Jahr 2 und 3 Gesamt
Hostinger AI ca. 36 € ca. 240 € ca. 276 €
Wix AI (Core) ca. 228 € ca. 456 € ca. 684 €
10Web ca. 120 € ca. 240 € ca. 360 €
Agentur ab 2.000 € ca. 600 € ab 2.600 €

Der Kostenvorteil ist eindeutig. Was du zusätzlich einbringst, ist Zeit: etwa vier Stunden am ersten Tag und danach regelmäßige Pflege.

Wann sich eine Agentur trotzdem lohnt

Bei Onlineshops mit vielen Artikeln, bei Buchungssystemen mit Schnittstellen zu bestehender Software, bei mehrsprachigen Auftritten und dann, wenn dein Design ein Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb ist. Für eine Visitenkarte im Netz mit fünf Seiten braucht es keine Agentur.

Häufige Fragen

Rankt eine KI-Website bei Google?

Ja, wenn die Inhalte brauchbar sind. Google bewertet die Seite, nicht das Werkzeug. Entscheidend sind Ladezeit, mobile Darstellung und Inhalte, die eine Suchanfrage beantworten.

Kann ich später zu WordPress wechseln?

Bei 10Web ja, dort ist es bereits WordPress. Bei Wix nein, es gibt keinen Export. Bei Hostinger kannst du WordPress parallel im gleichen Tarif betreiben.

Brauche ich eine eigene Domain?

Ja. Eine Subdomain des Anbieters wirkt unseriös und schadet dem Vertrauen. Bei Hostinger und Wix ist die Domain im ersten Jahr enthalten.

Wie oft muss ich die Seite pflegen?

Inhalte vierteljährlich prüfen, Öffnungszeiten und Preise sofort bei Änderung. Eine Seite mit veralteten Angaben ist schlimmer als keine Seite.

Fazit

Eine solide Firmenwebsite an einem Tag ist realistisch. Die Technik ist nicht das Problem, sondern die Inhalte und die Pflichtseiten. Plane vier Stunden ein, davon anderthalb für Texte und knapp eine für Impressum und Datenschutz.

Für den günstigsten Weg mit EU-Servern nimm Hostinger AI. Wenn du langfristig flexibel bleiben willst, ist 10Web mit echtem WordPress die bessere Grundlage. Alle Baukästen mit DSGVO-Bewertung findest du im Verzeichnis.

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