Grammarly vs. LanguageTool: DSGVO & Preis im Test

DSGVO 18. Aug. 2026 6 Min. Lesezeit

Ob beim E-Mail-Verkehr, beim Verfassen von Blogartikeln oder in der täglichen Bürokommunikation: KI-gestützte Rechtschreib- und Grammatikassistenten gehören für viele Nutzerinnen und Nutzer inzwischen zum Standardwerkzeug. Grammarly und LanguageTool sind zwei der bekanntesten Vertreter dieser Kategorie – beide prüfen Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Stil, beide bieten kostenlose Einstiegsversionen und beide setzen mittlerweile auf KI-Funktionen wie das Umschreiben von Sätzen. Trotz dieser Ähnlichkeiten gibt es entscheidende Unterschiede, vor allem beim Datenschutz, beim Preis und bei der Sprachabdeckung. Dieser Vergleich ordnet die Fakten – ohne Marketing-Glosse, dafür mit klarem Blick auf DSGVO, Serverstandort und AVV.

Die ausführlichen Einzelporträts findest du hier: Grammarly im Detail und LanguageTool im Detail. Einen breiteren Überblick über datenschutzfreundliche Alternativen liefert unser Leitfaden für DSGVO-konforme KI-Nutzung.

Kurzes Fazit: Grammarly ist die reifere, englischsprachig stärkere Lösung mit der besten Integration in Office und Browser sowie sehr hoher Erkennungsqualität. LanguageTool punktet dagegen mit einem deutschen Anbieter (LanguageTooler GmbH, Hamburg), Servern in der EU und einem verfügbaren Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) – was es für datenschutzsensible Anwendungen in Unternehmen und Behörden zur sichereren Wahl macht. Wer vor allem auf Deutsch schreibt und Wert auf DSGVO-Konformität legt, ist bei LanguageTool besser aufgehoben; wer primär englische Texte optimiert und maximalen Komfort will, greift eher zu Grammarly.

Vergleichstabelle: Grammarly vs. LanguageTool

Kriterium Grammarly LanguageTool
Hersteller Grammarly Inc. (USA, San Francisco) LanguageTooler GmbH (Deutschland, Hamburg)
Preis (ab, gebührenfrei) Free $0; Premium ab ca. 12 $/Monat (jährlich), monatlich ca. 30 $; Business/Enterprise auf Anfrage Free $0; Premium ab ca. 5,83 $/Monat (jährlich, 69,90 $/Jahr); Teams ab ca. 5,53 $/Nutzer/Monat
Bewertung ca. 4,7/5 (G2) ca. 4,4/5 (G2)
Kostenlose Version Ja (mit 100 KI-Prompts/Monat) Ja
DSGVO US-Anbieter; EU-US-Datenschutzrahmen & Standardvertragsklauseln; DPA/AVV nur für Business/Enterprise EU-Anbieter (Hamburg); DPA/AVV gemäß Art. 28 DSGVO; Self-Hosting möglich
Server USA (Datenverarbeitung primär in den USA) EU/Deutschland (Google Cloud Dublin als Sub-Prozessor; OpenAI nur bei Rephrasing-Funktion in den USA)
AVV Ja, aber nur ab Business/Enterprise-Tarif Ja, für Business-Kunden; Muster-DPA öffentlich verfügbar

Vorteile und Nachteile

Grammarly – Vorteile

Grammarly – Nachteile

LanguageTool – Vorteile

LanguageTool – Nachteile

Wann welches Tool? Entscheidungshilfe

Preis-Leistung im Detail

Grammarly positioniert sich als Premium-Produkt. Der Free-Tarif reicht für gelegentliche Korrekturen, deckt aber keine umfangreiche KI-Generierung ab (100 Prompts/Monat). Für regelmäßige Nutzung fällt Premium mit rund 12 US-Dollar pro Monat (bei jährlicher Abrechnung) bzw. 30 US-Dollar monatlich an – umgerechnet deutlich über LanguageTool. LanguageTool bietet bereits im kostenlosen Tarif eine solide Mehrsprachprüfung; Premium startet bei etwa 5,83 US-Dollar pro Monat (69,90 $/Jahr) und ist damit oft weit unter Grammarly. Teams zahlen bei LanguageTool ab etwa 5,53 Dollar pro Nutzer und Monat. Wer reinen Korrekturwert sucht, bekommt bei LanguageTool mehr Leistung pro Euro; wer das KI-Ökosystem und englische Texte priorisiert, rechtfertigt den Grammarly-Aufpreis eher.

DSGVO im Detail

Hier liegt der wichtigste Unterschied. Grammarly ist ein US-Unternehmen (Grammarly Inc., San Francisco). EU-Daten werden über den EU-US-Datenschutzrahmen (Data Privacy Framework) und Standardvertragsklauseln übermittelt. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) existiert, ist aber laut Anbieterangaben nur für die Business- und Enterprise-Tarife verfügbar – nicht für Free und Premium. LanguageTool hingegen sitzt bei der LanguageTooler GmbH in Hamburg. Die Datenverarbeitung erfolgt in der EU; ein öffentlicher Muster-DPA erfüllt die Anforderungen aus Art. 28 DSGVO. Besonders hervorzuheben: LanguageTool bietet eine Self-Hosting-Option, bei der keine Daten das eigene Rechenzentrum verlassen. Einschränkung: Auch LanguageTool nutzt Sub-Prozessoren – darunter Google Cloud (Dublin, Irland) und für die Rephrasing-KI zeitweise OpenAI (USA). Wer absolut strikte EU-Verarbeitung braucht, sollte beim Rephrasing auf die lokale beziehungsweise selbstgehostete Variante achten.

Für wen eignet sich was?

Häufige Fehlentscheidungen

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2026

Häufige Fragen (FAQ)

Ist LanguageTool DSGVO-konform?

LanguageTool wird von der LanguageTooler GmbH in Hamburg betrieben, verarbeitet Daten in der EU und stellt einen öffentlichen Auftragsverarbeitungsvertrag gemäß Art. 28 DSGVO bereit. Zusätzlich ist eine Self-Hosting-Option verfügbar. Einschränkung: Bei der KI-Rephrasing-Funktion kann OpenAI (USA) als Sub-Prozessor eingebunden sein.

Hat Grammarly einen AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag)?

Ja, Grammarly stellt einen DPA bereit, dieser gilt aber laut Anbieterangaben nur für Business- und Enterprise-Kunden. Privatnutzer im Free- oder Premium-Tarif erhalten keinen AVV, was für DSGVO-pflichtige Unternehmen relevant ist.

Welches Tool ist günstiger?

LanguageTool ist in der Regel günstiger: Premium beginnt bei etwa 5,83 US-Dollar pro Monat (jährlich), Grammarly Premium kostet rund 12 US-Dollar pro Monat (jährlich) bzw. 30 US-Dollar monatlich. Beide bieten kostenlose Tarife.

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